Herz statt Hetze – Am 19. Oktober für eine weltoffene Gesellschaft eintreten!

Am kommenden Montag möchte PEGIDA seinen ersten Jahrestag in Dresden feiern. Und damit ein Jahr, welches im Wesentlichen mit einer stetigen Radikalisierung der „islamkritischen“ Demonstrationen einherging, die ihren rassistischen Charakter immer seltener hinter dem Deckmantel besorgten Bürgertums zu verstecken suchen. Ein Jahr, welches pünktlich mit einer Reisewarnung für Ostdeutschland wegen fremdenfeindlicher Umtriebe und einer Strafanzeige gegen PEGIDA-Initiator Lutz Bachmann wegen Volksverhetzung endet. Wenn daher am Montag unter dem Motto „Herz statt Hetze“ ein breites Bündnis aus Parteien, Verbänden und Organisationen zur Gegendemonstration aufruft, werden sich auch alle sächsischen Amnesty International-Gruppen in Dresden einfinden und Position gegen Menschenhass und rassistisches Gedankengut beziehen.

So sehr wir manche Sorgen verstehen können, wenn sie denn sachlich geäußert werden, so entschieden müssen wir am Montag dagegen protestieren, was unter dem Verweis auf die Meinungsfreiheit tagtäglich von PEGIDA proklamiert wird. Die Menschenwürde wird von ihnen nicht erst mit Füßen getreten, seit Herr Bachmann – selbst verurteilter Straftäter – sämtliche Flüchtlinge unterschiedslos als „Invasoren“ betitelte und pauschal allen Ausländern kriminelle Machenschaften nachsagte.

Ganz bewusst werden Falschinformationen gestreut und aus Ablehnung resultierende Meinungen zu unverrückbaren Fakten hochstilisiert. Es ist deshalb nur wenig überraschend, dass das, was uns jeden Montag wieder entgegenschlägt, schon seit langem nichts mehr mit Besorgnis, Islamkritik oder Zukunftsängsten zu tun hat. Es ist viel zu oft leider blanker Hass und menschenverachtender, unverhohlener Rassismus. Halt macht diese vermeintliche Verteidigung abendländischer Werte nicht einmal mehr vor Kindern, die zur falschen Zeit aus einer Theatervorstellung kommen – so wie jüngst in Dresden geschehen. Die Szene, bei der Schulkinder mit Sätzen wie „Geht erstmal arbeiten!“ oder „Macht euch in die Schule!“ – wohlgemerkt, an einem Montagabend – angepöbelt wurden, wurde von zahlreichen Passanten und Journalisten beobachtet. Für Herrn Bachmann dennoch kein Hindernis, das Vorkommnis als frei erfunden und nie passiert beiseite zu wischen. Die offene Morddrohung mit einem Galgen für Angela Merkel und Sigmar Gabriel am vergangenen Montag ist daher vermutlich nur der aktuelle Höhepunkt in einer ununterbrochenen Reihe von Radikalisierungen.

Für uns heißt es deshalb ganz klar, sich am Montag lautstark dafür einzusetzen, dass nicht ewiggestrige Weltbilder, sondern Toleranz und Mitgefühl den Ton angeben. Mit tausenden anderen Gegendemonstrant_innen, für die kulturelle Vielfalt kein Schreckgespenst ist, sondern seit jeher gelebte Selbstverständlichkeit, gilt es deutlich zu machen: Überlassen wir Sachsen nicht den Fackelzügen und Hassrednern! Setzen wir ein Zeichen für eine offene Gesellschaft!

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