Kein Platz für Rassismus! – Informationen zum 1. Mai in Chemnitz

Am 1. Mai 2018, dem Internationalen Tag der Arbeit, mobilisiert die rechtsextreme Organisation „Der III. Weg“ zur möglicherweise größten Nazidemonstration seit vielen Jahren in Chemnitz. Amnesty International ruft dazu auf, an den geplanten Gegenkundgebungen teilzunehmen und ein entschlossenes Signal für eine offene, tolerante und vielfältige Gesellschaft zu setzen.

Bereits seit Monaten ruft der „III. Weg“, eine rechtsextreme Organisation, deutschlandweit zur Teilnahme am „Arbeiterkampftag“ in Chemnitz auf. Unter diesem Namen wurde der 1. Mai auch schon zu NS-Zeiten politisch missbraucht und ideologisch umgedeutet. Der Aufruf des „III. Weg“ lässt denn auch wenig Zweifel daran, was das Ziel der offen als „national und sozialistisch“ auftretenden Organisation darstellt, nämlich eine Kehrtwende zurück in Deutschlands dunkelste Zeiten. Unter einer vorgeblichen Kapitalismuskritik wird eine rassistische Rhetorik der Ausgrenzung und des Hasses bedient, die grundlegende Pfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens attackiert und Menschenrechte verhöhnt. Chemnitz könnte am 1. Mai womöglich der größten Nazidemonstration seit vielen Jahren ins Auge blicken. Dies müssen wir von Amnesty International als einen unverhohlenen Angriff auf unsere demokratische und rechtstaatliche Gesellschaft betrachten und werden als Teil einer aktiven Zivilgesellschaft dem geplanten Aufmarsch entschieden entgegentreten!

Amnesty International Chemnitz wird sich deshalb der Gegendemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes unter dem Motto „Gerechtigkeit – Solidarität – Vielfalt“ anschließen. Um 10:00 Uhr wird auf dem Chemnitzer Neumarkt die traditionelle Maikundgebung der Gewerkschaften stattfinden, als Redner sind der DGB-Landesvorsitzende Markus Schlimbach sowie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geladen. Im Anschluss wird ab 10:50 Uhr Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) die Gegendemonstration in Sicht- und Hörreichweite des Naziaufmarsches einleiten.Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen werden wir einen lautstarken und vielfältigen Protest ausüben. Mehr Infos über die geplante Kundgebung findet Ihr auf der Homepage des DGB Südwestsachsen.

Zum 1. Mai werden darüber hinaus noch weitere Proteste stattfinden, um dem Naziaufmarsch ein klares Signal gegen Hass und Ausgrenzung entgegenzusetzen:

Der Student_innenrat der TU Chemnitz ruft ab 9:30 Uhr zu einer Demonstration mit dem Slogan „Bildung ist kein Ausverkauf“ auf, die vom Campus Reichenhainer Straße in die Chemnitzer Innenstadt führen wird. Mehr Information gibt es auf der Homepage des StuRa.

Das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit richtet ab 11:00 Uhr ein „Vielfalt-Festival“ am Stefan-Heym-Platz in der Innenstadt aus. Die Demonstrationen des DGB und des StuRa werden sich nach der Markt-Kundgebung mit diesem Protest vereinen. Mehr Infos findet Ihr bei der Facebook-Veranstaltung.

Weiterhin wird ein Kulturbündnis der Chemnitzer Clubs unter dem Motto „Hand in Hand“ einen lautstark-musikalischen Protest mit Bands und DJs ab 10:00 Uhr ins Leben rufen. Auch hierzu gibt es ein Facebook-Event.

Zuletzt wird auch durch das Bündnis Chemnitz Nazifrei und die Kampagne „Perspektive Richtungswechsel“ ein Gegenprotest organisiert. Weitere Informationen hierzu findet Ihr Hier.

Wir als Amnesty International möchten eindringlich an Euch appellieren, an diesem Tag Stellung gegen menschenverachtendes Gedankengut zu beziehen und Euch einer der genannten Gegenveranstaltungen anzuschließen sowie eure Freunde und Bekannte darauf hinzuweisen! Hetzerinnen und Hetzern, die sich eine Rückkehr in die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte wünschen, dürfen und werden wir keinen Raum für ihre kruden völkischen Thesen bieten!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.