Schreib für Freiheit! Der Amnesty-Briefmarathon 2015

Heute, am 4. Dezember 2015, beginnt der diesjährige weltweite Amnesty-Briefmarathon. Jedes Jahr rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte, den 10. Dezember, schreiben dabei hunderttausende Menschen aus allen Teilen der Welt Millionen Briefe für Menschen in Gefahr. Für Menschen, die aus verschiedensten Gründen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind und alleine keine Chance haben, sich aus ihrer Situation zu befreien. Gemeinsam mit unzähligen Unterstützern aus der ganzen Welt haben sie diese aber sehr wohl. Mit dem Briefmarathon bauen wir einen enormen öffentlichen Druck auf Menschenrechtsverletzer auf und zeigen: Jeder Brief kann Leben retten!

Auch unsere Chemnitzer Gruppe wird den Briefmarathon an verschiedene Orte der Stadt tragen und möchte den Fokus auf fünf Einzelschicksale richten, für die wir in den kommenden Tagen so viele Briefe wie nur möglich sammeln. Für folgende fünf Fälle werden wir uns zum Briefmarathon einsetzen:

Teodora del Carmen Vásquez
Die Salvadorianierin erlitt eine Totgeburt, als sie zuhause auf die Polizei wartete, die sie ins Krankenhaus zur Entbindung bringen sollte. Diese jedoch nahm sie unter dem Vorwurf fest, ihr Kind vorsätzlich umgebracht zu haben. Teodora wurde für schuldig erklärt und sitzt seitdem im Gefängnis. Sie ist eine von insgesamt 17 Frauen, die in El Salvador nach Fehlgeburten zu Haftstrafen verurteilt wurden.

Albert Woodfox
Der US-Amerikaner sitzt bereits seit fast 43 Jahren wegen Mordes in Haft. Sichere Beweise für die Tat gab es nie, der Schuldspruch beruhte lediglich auf höchst fragwürdigen Zeugenaussagen. Den wahren Grund seiner Inhaftierung sieht Woodfox vielmehr darin, dass er sich aktiv für die Rechte von Schwarzen in den USA eingesetzt hat. Heute sitzt er in einer grausamen Isolationshaft, die von den Vereinten Nationen bereits als Folter bezeichnet wurde.

Maria
Das Mädchen Maria, deren Name in Wahrheit anders lautet, steht stellvertretend für unzählige Mädchen, die in Burkina Faso zwangsverheiratet werden. Offiziell verbieten die Landesverfassung wie auch internationales Recht Zwangsheiraten. Dies ändert bislang aber nichts daran, dass Mädchen teilweise bereits mit 11 Jahren zur Heirat gezwungen werden. Auch die 13-jährige Maria, die unter Todesdrohungen ihres Vaters einen 70-jährigen Mann heiraten musste.

Muhammad Bekzhanov
Der regimekritische Journalist sitzt in seiner Heimat Usbekistan bereits seit 16 Jahren in Haft und wurde mehrfach gefoltert. Folter ist in Usbekistan weiterhin an der Tagesordnung. Die westlichen Staaten, vor allem Deutschland, pflegen indes lieber ihre wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zu dem asiatischen Land, ohne die Lage der Menschenrechte ernsthaft anzusprechen.

Saman Naseem
Wegen seiner Mitgliedschaft in kurdischen Oppositionsbewegungen, die nie wirklich nachgewiesen werden konnte, wurde der Iraner gefoltert und zum Tode verurteilt. Angeklagt ist er wegen „Feindschaft zu Gott“ und „Verdorbenheit auf Erden“. Amnesty International konnte bereits erreichen, dass sein Fall neu aufgerollt wird. Auch in einem neuen Verfahren besteht aber die Gefahr von Folter und einem erneuten Todesurteil.

Den Briefmarathon und die vorgestellen Fälle werden wir einerseits an die Schulen tragen, um Schüler für Menschenrechte zu sensibilisieren. In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften werden wir Unterrichtsstunden zu diesem Thema gestalten und gemeinsam mit den Schulklassen Briefe verfassen. Darüber hinaus sind wir an folgenden Terminen mit einem Infostand und vorgefertigten Briefen zu den vorgestellten Fällen präsent:

10.12.2015 – Mensa der TU Chemnitz (Reichenhainer Straße)
12.12.2015 – Kleinkunstmarkt auf dem Brühl

Weitere Termine werden von uns auf unserer Facebook-Seite bekanntgegeben:
www.facebook.com/AmnestyChemnitz

Alle weiteren Informationen zum Amnesty-Briefmarathon 2015 gibt es unter:
https://www.briefmarathon.de/

Veröffentlicht in Allgemein

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