Schreib für Freiheit! Der Amnesty-Briefmarathon 2016

Morgen, am 1. Dezember, startet der jährliche weltweite Briefmarathon von Amnesty International. Innerhalb weniger Wochen schreiben hunderttausende Menschen aller Kontinente Appellbriefe, mit denen sie Regierungen zur Einhaltung der Menschenrechte auffordern und ihre Solidarität mit jenen ausdrücken, deren Rechte mit Füßen getreten werden. Ihre Stimmen helfen, Menschen vor Todesstrafe, Folter und unfairen Prozessen zu retten.

Und dieser Einsatz zeigt Erfolg! Denn ein einzelner Brief kann ignoriert werden – tausende Appelle für die Einhaltung der Menschenrechte aber nicht. Zahlreiche Menschen, für die wir uns letztes Jahr auch in Chemnitz eingesetzt haben, sind deshalb inzwischen begnadigt und freigelassen worden. Weltweit wurden zum Briefmarathon 3,7 Millionen Appelle verschickt, mehr als 1.000 allein aus Chemnitz. An diese Erfolge wollen wir dieses Jahr anknüpfen! Im Dezember werden wir den Briefmarathon wieder an Chemnitzer Schulen bringen, um auch die junge Generation für das Thema Menschenrechte zu sensibilisieren und gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen Appellbriefe zu schreiben. Außerdem werden wir mit mehreren Infoständen in der Mensa der TU Chemnitz vertreten sein und laden alle herzlich ein, die diesjährigen Fälle des Briefmarathons zu unterstützen. An den folgenden Tagen sind wir in der Mensa Reichenhainer Straße zu finden:

Mittwoch, 07.12., von 10:00 bis 14:00 Uhr, im Rahmen des GoNext-Weihnachtsmarktes


Montag, 12.12., und Dienstag, 13.12., jeweils von 10:45 bis 14:00 Uhr

Im Rahmen des Briefmarathons setzen wir uns für Menschen wie Annie Alfred aus Malawi ein. Annie leidet unter Albinismus, und das bedeutet in Malawi eine Gefahr für ihr Leben. Der Grund: Aberglaube. „Wunderheiler“ behaupten, dass Knochen und Körperteile von Menschen mit Albinismus Glück bringen. Immer wieder werden deshalb Menschen mit Albinismus getötet. Die Regierung verurteilt dies zwar, unternimmt aber zu wenig, um die Bevölkerung aufzuklären und Menschen mit Albinismus zu schützen.

Auch Mahmoud Abu Zeid aus Ägypten benötigt unsere Unterstützung. Der Fotojournalist, der unter dem Künstlernamen „Shawkan“ bekannt wurde, filmte 2013 die gewaltsame Niederschlagung von Protesten durch die Polizei. Daraufhin wurde er festgenommen und in der Haft gefoltert und misshandelt, ihm droht die Todesstrafe. Shawkan ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der nur seinen Beruf ausübte. Er hätte niemals inhaftiert werden dürfen.

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Oder die peruanische Kleinbäuerin Máxima Acuña: Angesichts des zunehmenden Bergbaus in ihrer Region und der Vertreibung der Bauern durch Bergbauunternehmen setzt sie sich seit Jahren für die Rechte auf Nahrung, Gesundheit und eine saubere Umwelt ein. In diesem Jahr erhielt sie den renommierten Goldman-Preis, der als Umwelt-Nobelpreis gilt. Nun steht sie selbst im Fadenkreuz der Polizei, die sie immer wieder einschüchtert, Teile ihres Hauses zerstörte und sie gewaltsam zwingen wollte, ihr Grundstück zu räumen.

Auch Eren Keskin setzt sich für die Rechte anderer Menschen ein, nämlich die der Frauen und der kurdischen Minderheit in der Türkei. Schon seit Mitte der achtziger Jahre wird die türkische Anwältin von der Polizei bedroht, eingeschüchtert und verhört. Die Regierung hat dutzende Verfahren wegen ihrer freien Meinungsäußerung gegen sie eingeleitet, ihr drohen lange Haftstrafen.

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Die vier genannten Fälle sind lediglich eine kleine Auswahl derjenigen Menschen, die wir mit dem diesjährigen Briefmarathon unterstützen wollen. Jeder von ihnen ist gleichermaßen wichtig, und jeder von ihnen benötigt internationale Aufmerksamkeit und öffentlichen Druck, um Menschenrechtsverletzer_innen zu zeigen, dass ihr Handeln nicht unbeobachtet bleibt.

Ausführliche Beschreibungen des diesjährigen Briefmarathons gibt es unter:
http://www.amnesty.de/2016/11/10/falldarstellungen-und-briefvordrucke?destination=node%2F29667

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